die arbeit von nestwärme verstehen, erklären und gemeinsam tragen

Gesprächsgrundlage für Führungen, Fördergespräche & interne Schulungen

Mit besonderem Fokus auf das nestwärme Haus Petrisberg „Das NEST“ mit Kinder- und Jugendhospiz sowie Beratungs- und Begegnungszentrum

1. Auflage · Arbeitsstand · Stand 2026-09-30 · Version 0.2

Einstieg

Vorwort

Ihr lieben nestwärmer:innen,

viele von euch haben sich in den vergangenen Monaten immer wieder gewünscht, noch mehr zu verstehen, wie nestwärme eigentlich als Ganzes funktioniert. Wie all die unterschiedlichen Bereiche zusammengehören. Was es braucht, damit wir unsere Arbeit für die Familien jeden Tag möglich machen können. Und eben auch: Wie finanzieren wir das eigentlich alles?

Dieser Wunsch hat uns sehr gefreut. ❤️

Je mehr wir von nestwärme verstehen, desto deutlicher wird auch, wie sehr alles miteinander verbunden ist.

Das, was wir heute gemeinsam für Familien möglich machen können, ist über viele Jahre gewachsen: Pflege und Begleitung zuhause, unsere Kinder- und Jugendhilfe, die inklusive Kita, das Ehrenamt, die Akademie, Begegnung und Entlastung – und nun auch unser Kinder- und Jugendhospiz Das Nest.

Hinter all dem stehen Menschen. Menschen, die diese Arbeit jeden Tag tun. Und Menschen, die sie mit möglich machen.

nestwärme wird von einer großen Gemeinschaft getragen.

Von Menschen, die spenden. Von Unternehmen und Stiftungen, die uns begleiten. Von Ehrenamtlichen, die Zeit schenken. Von Partnern, die Türen öffnen. Von Menschen, die Aktionen für uns organisieren, von uns erzählen, Kontakte herstellen oder uns schon seit vielen Jahren die Treue halten.

Diese Gemeinschaft ist für unsere Arbeit von unschätzbarem Wert.

Vieles von dem, was wir für Familien tun und für wichtig und richtig halten, wird nicht oder nicht vollständig refinanziert. Deshalb gehört es seit der Gründung von nestwärme zu unserer Wirklichkeit, Menschen für unsere Arbeit zu gewinnen, Beziehungen aufzubauen und zu pflegen, Unterstützung zu finden und sichtbar zu bleiben.

So ist über all die Jahre unsere große nestwärme Gemeinschaft gewachsen: Menschen, die unsere Idee verstehen, sie mittragen und mit ihren ganz unterschiedlichen Möglichkeiten dazu beitragen, dass wir für Familien da sein können. Diese Gemeinschaft gehört zu nestwärme. Sie ist ein wesentlicher Teil dessen, was uns bis heute trägt.

Darum ist es uns wichtig, dass wir als nestwärmer:innen diese Zusammenhänge kennen und verstehen – ganz unabhängig davon, an welcher Stelle wir bei nestwärme arbeiten.

Wir alle begegnen Menschen, die nestwärme mittragen.

Vielleicht bei einer Veranstaltung. Beim Einkaufen. Im Gespräch mit Freunden. Bei einer Führung. In der Kita. Im Hospiz. Oder irgendwo mitten im Alltag.

Wie schön ist es, wenn wir dann wirklich wissen, was diese Unterstützung für uns bedeutet. Wenn wir erzählen können, was dadurch möglich wird. Wenn wir Fragen beantworten können. Und wenn wir einem Menschen nicht einfach nur Danke sagen, sondern ihm auch vermitteln können:

Wir sehen, dass du uns mitträgst. Und wir wissen, was dein Beitrag für unsere Familien bedeutet.

Deshalb wünschen wir uns, dass ihr dieses Büchlein wirklich lest. Dass ihr ein bisschen tiefer eintaucht und versteht, wie unsere Finanzierung funktioniert, warum Sichtbarkeit für uns so wichtig ist, warum wir Beziehungen brauchen und warum längst nicht alles, was Familien brauchen, durch Kostenträger finanziert wird.

Vor allem wünschen wir uns, dass wir verständlich machen können, wie viel Gemeinschaft es braucht, damit nestwärme möglich ist.

Dabei geht es nicht darum, dass wir die gleichen Sätze sagen, sondern es ist toll, wenn jede und jeder die eigenen Worte dafür findet – aus dem gleichen Verständnis heraus und mit den eigenen Erfahrungen.

Wenn wir selbst verstehen, was nestwärme trägt, können wir auch anderen davon erzählen. Wir können Fragen beantworten, Zusammenhänge erklären, Menschen mitnehmen und vielleicht manchmal auch jemanden dafür begeistern, Teil dieser Gemeinschaft zu werden.

Genau dabei soll dieses Büchlein helfen.

Es soll Wissen geben, Sicherheit schenken und Zusammenhänge sichtbar machen. Und vielleicht lässt es uns selbst noch einmal neu sehen, wie viele Menschen gemeinsam mit uns dafür sorgen, dass nestwärme heute das sein kann, was es ist.

Denn nestwärme tragen wir nicht allein.

Wir tragen unseren Teil. Und viele Menschen in unserer Gesellschaft tragen ihren Teil dazu bei – mit ihrer Zeit, ihrem Vertrauen, ihren Möglichkeiten, ihren Kontakten, ihren Ideen und ihrer finanziellen Unterstützung.

Vielleicht ist das am Ende auch der wichtigste Gedanke, den wir aus diesem Büchlein mitnehmen können:

Was wir für Familien möglich machen, können wir nur gemeinsam möglich machen.

Je besser wir selbst verstehen, was es dafür braucht, desto besser können wir davon erzählen, Menschen mitnehmen und ihre Unterstützung wertschätzen.

Darin liegt die Kraft unserer Gemeinschaft. ❤️

Elisabeth und Petra

Einstieg

Wie dieses Arbeitsbuch gebaut ist

Dieses Arbeitsbuch besteht aus drei Teilen:

  • Teil A — Hauptdokument: emotional und verständlich, für alle nutzbar (Kapitel 1–15)
  • Teil B — Souverän in herausfordernden Gesprächen: Trainings- und Vertiefungsteil mit typischen Einwänden, Bildern und Haltung
  • Teil C — FAQ & Glossar: typische Fragen und gemeinsame Antworten

Je nach Situation sind unterschiedliche Teile dieses Buches hilfreich. Manche Menschen erreichen wir über Geschichten, andere über Haltung, Zahlen, Strukturen oder gesellschaftliche Verantwortung.

Dieses Buch hilft, dafür gemeinsame Worte zu finden, ohne dass Gespräche künstlich oder auswendig gelernt wirken.

Und es lebt vom Mitmachen. Du wirst zwischen den Kapiteln immer wieder Platz finden für eigene Gedanken, Notizen, Sätze, die du in Gesprächen gehört hast, Bilder, die dir helfen. Schreib rein. Markiere. Klebe ein. Streiche durch. Genau so wird daraus dein Begleitbuch.

Ein kleiner roter Faden: „Stell dir vor …“

Durch das ganze Buch zieht sich eine kleine Einladung: „Stell dir vor …“

Unsere Arbeit lebt von Nähe. Und Nähe entsteht oft durch Bilder – durch Momente, in denen jemand plötzlich spürt: Ach, so fühlt sich das an.

Dafür gibt es diese Brücke. Sie öffnet einen kurzen Raum, in dem jemand für einen Moment selbst hineinfühlen kann – in eine Mutter, einen Vater, ein Geschwisterkind, eine Familie.

Du erkennst diese Stellen im Buch an der warmen Linie am Rand. Sie sind eine Einladung — keine Vorschrift. Du kannst sie genauso verwenden, wie sie hier stehen. Du kannst sie verändern. Du kannst eigene Bilder finden — aus deinem Leben, aus deiner Erfahrung. Und du kannst sie auch weglassen, wenn ein Gespräch sie nicht braucht.

Gemeinsame Sprache heißt für uns: Wir finden miteinander Wege, Menschen zu erreichen, und jede und jeder darf dafür die eigenen Worte benutzen.

Einstieg

So findest du dich schnell zurecht

Teil A gibt dir die gemeinsame Grundlage: Warum es nestwärme und Das Nest braucht, wie unsere Arbeit zusammenhängt und warum Finanzierung, Sichtbarkeit und gesellschaftliches Mittragen dazugehören.

Teil B hilft dir, wenn Gespräche tiefer oder kritischer werden – mit typischen Einwänden, Bildern, Argumenten und Vertiefungsbausteinen.

Teil C ist zum schnellen Nachschlagen gedacht: Fragen rund um Finanzierung, Struktur, Versorgung, Gesellschaft und typische Einwände.

Du musst dieses Buch also nicht von vorne bis hinten lesen. Nutze den Teil, den du gerade brauchst – und finde darin deine eigenen Worte.

Einstieg

Unser Golden Circle

WHY – HOW – WHAT: Unser Golden Circle verbindet unsere Mission, unsere Haltung und unser konkretes Tun.

Wir glauben, dass jedes Kind und seine Familie Teil einer Gesellschaft sein sollte, in der Unterschiede ganz normal sind.

Einstieg

Was ist nestwärme – und was ist unsere Mission?

nestwärme ist aus einer einfachen Überzeugung entstanden: Unterschiede sind normal. Wir wollen dazu beitragen, dass Kinder und ihre Familien selbstverständlich dazugehören – auch dann, wenn Krankheit, Pflege oder besondere Lebenssituationen ihren Alltag bestimmen. Dafür schaffen wir Beziehungen, Orte und Angebote, die Menschen verbinden, entlasten und stärken. Unsere Mission ist die gemeinsame Klammer für alles, was wir tun – unabhängig davon, in welchem Land, in welcher Organisation oder an welchem Standort wir arbeiten.

nestwärme als Gestalter

für die Familien

nestwärme kita
  • Inklusive Kitaplätze
  • Reguläre Kitaplätze
  • Ganztagsangebote
nestwärme kinderhospiz
  • Ambulanter Kinderhospizdienst
  • Stationäres Kinderhospiz
  • Familienbegleitung
  • Geschwisterzeit
  • Sterbe- und Trauerbegleitung
nestwärme zeit
  • Finde dein Engagement
  • Nestwärme erleben
  • Freudenmomente
  • Gute Nacht Geschichten
  • nestwärme Gerichte
nestwärme pflege
  • Ambulante Kinderkrankenpflege
  • Stationäre Kinder-Intensivfachpflege
  • Ambulante Kinderintensivpflege
nestwärme akademie
  • Pflegekurse
  • Ausbildung FGP
  • Lotsenfunktion
  • Fachberatung
  • Ambulante Hilfen zur Erziehung
  • Pflegetipps & Tricks
  • Kriseninterventions-Beratung
  • Resilienz, Gesundheit, Pädagogik
nestwärme hilfen zur erziehung
  • Hilfen z. Erziehung
  • Kinderschutz
  • Eingliederungshilfen

Unsere nestwärme Welt

Unterschiedliche rechtliche Gerüste und Länder – verbunden durch eine gemeinsame Mission. Die Grafik ist bewusst kein Organigramm: Sie zeigt Zugehörigkeit, nicht Hierarchie.

Stiftung nestwärmenestwärme asblLuxemburgnestwärme Österreichnestwärme gGmbH100 % Tochter des e.V.nestwärme e.V.Deutschland
Was uns verbindet, ist größer als unsere rechtlichen Strukturen.

Teil A

Hauptdokument

Die emotionale und verständliche Grundlage

Was hier steht, ist eine Grundlage — damit du vielleicht die richtigen Worte findest, wenn sie dir fehlen sollten. Deine Worte. Mit deiner Haltung. Überzeugend, weil du selbst weißt, warum du bei nestwärme mitwirkst.

Teil A · Kapitel 1

1Warum wir Das Nest auf dem Petrisberg als Ergänzung brauchen

Genau dort beginnt die Welt von Familien mit lebensverkürzt erkrankten Kindern.

Wir kennen das alle: Ein Kind hat hohes Fieber. Man schläft kaum. Man sorgt sich. Man betet, dass das Fieber endlich sinkt. Und dann — nach zwei oder drei Tagen — wird es besser. Das Kind trinkt wieder. Lächelt. Und man atmet auf.

Hinter diesem Kind steht eine Familie, die jeden Tag mit dieser Realität aufwacht. Die Mutter, die nachts horcht, ob das Kind noch atmet. Der Vater, der versucht, Arbeit, Sorge und Erschöpfung zusammenzuhalten. Geschwisterkinder, die still werden, weil sie spüren, dass ihre Eltern längst an Grenzen kommen.

Für genau diese Familien gibt es nestwärme.

Und deshalb braucht es bei nestwärme unterschiedliche Orte und Angebote.

Unsere Arbeit beginnt früher und reicht weiter, als viele denken. Sie ist mehr als das, was man von außen sieht.

Teil A · Kapitel 2

2Warum nestwärme viele Orte braucht

Manchmal fragen uns Menschen: Warum braucht nestwärme eigentlich so viele unterschiedliche Orte und Angebote?

Die Antwort ist einfach: Weil Familien nicht nur an einem Ort leben und unterschiedliche Angebote brauchen.

Eine Familie lebt zuhause am Küchentisch, nachts im Kinderzimmer, mitten im Alltag, in Erschöpfung, in Begegnung, in Angst, in Hoffnung, manchmal im Krankenhaus, manchmal im Hospiz — und oft lange zwischen all diesen Welten.

Genau deshalb kann auch unsere Begleitung nicht nur an einem einzigen Ort stattfinden.

Jeder würde sofort verstehen: Menschen brauchen unterschiedliche Orte für unterschiedliche Situationen.

Und genau so ist es auch bei nestwärme:

  • Die mobile Arbeit begleitet Familien zuhause — dort, wo Belastung oft am größten ist und wo das echte Leben stattfindet.
  • Die Begegnungsräume in der Innenstadt schaffen Gemeinschaft, Sichtbarkeit und niedrigschwellige Nähe mitten im Alltag der Stadt.
  • Die inklusive Kita schafft Teilhabe von Anfang an und zeigt Kindern ganz selbstverständlich: Unterschiedlichkeit gehört zum Leben dazu.
  • Während die ambulante Pflege Familien pflegerisch begleitet, unterstützt die ambulante Kinder- und Jugendhilfe Familien pädagogisch im Alltag — dort, wo Beziehung, Stabilität und Orientierung besonders gebraucht werden.
  • All diese Orte und Angebote gehören zusammen, weil Familien ganz unterschiedliche Formen von Unterstützung brauchen – zuhause, mitten im Alltag der Stadt und manchmal auch stationär an einem geschützten Ort.
  • Die nestwärme Akademie schafft Wissen, Austausch und Weiterentwicklung — für Fachkräfte, Ehrenamtliche und alle, die Familien langfristig gut begleiten wollen.
  • Und das Kinder- und Jugendhospiz im nestwärme Haus „Das Nest“ auf dem Petrisberg schafft einen geschützten Ort für intensive Begleitung, Entlastung, Versorgung, Abschied, Leben und Gemeinschaft.

All diese Orte und Angebote gehören zusammen. Nicht weil wir wachsen wollen um des Wachsens willen. Sondern weil Familien unterschiedliche Formen von Unterstützung brauchen — zuhause, mitten im Alltag der Stadt und manchmal auch stationär an einem geschützten Ort.

Die einen brauchen ein Gespräch. Andere Entlastung zuhause. Manche Gemeinschaft. Manche Unterstützung in einer Krise. Und manche Begleitung am Lebensende ihres Kindes.

Oft wechseln Familien zwischen all diesen Bedürfnissen. Darum denkt nestwärme nicht in einzelnen Angeboten, sondern in den wirklichen Lebensrealitäten von Familien.

Eine Mission. Viele Orte. In Trier zuhause.

Diese Grafik zoomt in unsere Heimatstadt: Sie zeigt, an welchen Orten wir für Familien da sind. Das Nest auf dem Petrisberg ist unsere besondere gemeinsame Heimat – ohne die anderen Wirkungsorte zu überordnen.

MoselPorta NigraBrotstraßeTrier InnenstadtInklusive Kitaam Balduinsbrunnennestwärme Haus„Das Nest“auf dem PetrisbergBei Familien zuhauseLuxemburgÖsterreich
Überall dort nestwärme, wo Familien uns brauchen.

Teil A · Kapitel 3

3nestwärme — entstanden aus Haltung und Verantwortung

Dann gibt es zwei Möglichkeiten:

  • Man akzeptiert, dass es so ist.
  • Oder man beginnt selbst etwas zu verändern.

Genau daraus ist nestwärme entstanden.

nestwärme gibt es seit 1999. Damals haben Petra Moske, Elisabeth Schuh und viele andere Menschen beschlossen, nicht länger wegzuschauen. Nicht hinzunehmen, dass Familien mit lebensverkürzt erkrankten Kindern allein gelassen werden. Sie haben nestwärme ins Leben gerufen — aus einer tiefen Überzeugung heraus, ohne Konzernrückhalt, ohne staatliche Startfinanzierung. Weil es diese Kinder und Familien gab. Und weil sonst niemand da war.

Aus dieser Idee ist unsere Initiative und Mission für Familien, Kinder- und Jugendhospizarbeit im deutschsprachigen Raum geworden. Über 150 hauptamtliche Mitarbeiterinnen und mehr als 1.200 Ehrenamtliche arbeiten an 11 Standorten in Deutschland, Österreich und Luxemburg.

Was nestwärme ausmacht: Kein Kind und seine Familie wird bei nestwärme zuerst auf eine Diagnose reduziert. Wir versuchen, Familien nicht nur über Zuständigkeiten oder einzelne Leistungen zu betrachten — sondern in ihrer wirklichen Lebensrealität. Auch dann, wenn ihre Situation nicht eindeutig in bestehende Schubladen passt.

Das nestwärme Haus „das Nest“ auf dem Petrisberg ist ein Herzstück unserer Arbeit: Triers erstes stationäres Kinder- und Jugendhospiz — ein Ort, an dem all das Wirklichkeit werden kann. Ein Ort, auf den viele Familien lange gewartet haben. Und ein Ort, der nur durch die Kraft unserer Gemeinschaft lebt.

Teil A · Kapitel 4

4Gemeinsam tragen wir das „nestwärme Haus“

In Trier haben wir eine besondere Verbundenheit zu drei Mannschaften: zur Eintracht Trier, zu den Gladiators Trier und zu den Doneck Dolphins Trier. Drei Vereine, die bescheiden arbeiten — und mit denen wir uns gegenseitig beflügeln.

Wer ins Stadion oder in die Halle geht, sieht die Mannschaft auf dem Spielfeld. Die Spielerinnen und Spieler. Die Tore, die Körbe, die Momente, die alle mitfiebern lassen.

Was niemand sieht: den ganzen Kreis dahinter. Die Trainerinnen und Trainer, die Physiotherapie, die Vereinsführung, das Scouting, die Pressearbeit, die Logistik, die Ehrenamtlichen, die jeden Heimspieltag organisieren. Ohne diese Menschen würde keine Mannschaft eine Saison überstehen.

Bei nestwärme ist es genauso. Sichtbar sind die Menschen direkt am Bett, in der Begleitung, in der Familie. Sie tragen eine enorme Verantwortung. Sie erleben Nähe, Abschied, Erschöpfung und Vertrauen unmittelbar. Sie sind oft diejenigen, die Familien in ihren verletzlichsten Momenten auffangen.

Aber das nestwärme Haus und unsere ganze Arbeit könnten keinen einzigen Tag existieren ohne all die anderen Menschen, die oft weniger sichtbar sind — und ohne die nichts ginge:

  • Fundraising
  • Öffentlichkeitsarbeit
  • Social Media
  • Verwaltung
  • Netzwerkpflege
  • Unternehmerkontakte
  • politische Gespräche
  • Verhandlungen
  • Veranstaltungsplanung
  • Kommunikation
  • Buchhaltung
  • Ehrenamt
  • Organisation und Koordination

Auch diese Arbeit endet nicht um 17 Uhr.

Viele von uns führen Gespräche abends, an Wochenenden oder an Feiertagen, bauen Beziehungen auf, erklären immer wieder neu, warum dieses Haus gebraucht wird und kämpfen um Vertrauen, Förderungen und langfristige Unterstützung.

Wir alle sind da — an anderen Orten, für dieselben Familien.

Dann könnte vieles von dem, was nestwärme heute möglich macht, gar nicht entstehen — so auch Das Nest auf dem Petrisberg nicht.

Und ohne die Kolleginnen und Kollegen, die Familien direkt begleiten, wäre alles andere leer.

Das Nest funktioniert nur, wenn alle verstehen: Wir tragen gemeinsam dieselbe Aufgabe.

  • Die Pflegekraft direkt am Bett.
  • Die Pädagogin im Familienalltag.
  • Die Erzieherin in der Kita.
  • Die Kolleginnen und Kollegen im Fundraising und hinter Social Media.
  • Die Verwaltung.
  • Die Ehrenamtlichen.
  • Die Unternehmerinnen und Unternehmer.
  • Die Politik.
  • Die Menschen, die spenden.

Alle tragen dieselbe Familie.

Viele Menschen tragen ihren Teil dazu bei, dass wir für Familien da sein können – mit ihrer Arbeit, ihrer Zeit, ihren Möglichkeiten, ihren Kontakten oder ihrer finanziellen Unterstützung. Das ist gelebte Mitverantwortung.

Drei Menschen, einer im Rollstuhl, tragen gemeinsam einen großen gelben Kreis

Teil A · Kapitel 5

5Das nestwärme Haus — kein Selbstverständnis, sondern ein Geschenk

Genau das ist hier passiert. Und das macht das nestwärme Haus zu etwas Besonderem.

Dass wir uns gerade in diesem Gebäude auf dem Petrisberg befinden — das ist kein Selbstverständnis. Das ist ein Geschenk.

Dieses Haus existiert, weil Nicole und Nick Reh mit ihrer Stiftung Rehkids beschlossen haben, einen wesentlichen Teil ihres Privatvermögens für genau diesen Ort einzusetzen. Ihre Stiftung gibt es schon seit 2010 — geleitet von einem klaren Wunsch: Kindern und Jugendlichen, die durch ihre Lebensumstände oder ihre Gesundheit weniger Chancen haben, mehr Möglichkeiten ins Leben mitzugeben. „Chancen stiften, Zukunft schenken“ — so beschreiben sie selbst, wofür sie stehen.

Und genau das tun sie seit Jahren – leise, beständig, regional verwurzelt und immer auf Augenhöhe mit den Menschen, denen sie helfen. Mit viel Haltung, Nächstenliebe und, wie sie selbst sagen, „von Herzen“.

Für nestwärme bedeutet das: Wir haben keinen Standardbau bekommen. Wir haben einen Ort bekommen, der von Anfang an so gedacht wurde, wie er sein muss — warm, offen, menschlich. Ein Ort des Willkommens. Ein Ort, der sagt: Ihr gehört dazu. Ihr dürft hier sein. Wir sind froh, dass ihr da seid.

Die Räume, die Besucher bei einer Besichtigung sehen, das Licht, die Atmosphäre, dieses besondere Gefühl, das dieses Haus schon jetzt ausstrahlt – all das ist durch zwei Menschen möglich geworden, die sich gefragt haben: Was können wir tun? Und die dann gehandelt haben.

Das ist das Fundament. Dafür sind wir der Stiftung Rehkids und Nicole und Nick Reh persönlich tief dankbar. Und es zeigt, was möglich ist, wenn Menschen aus Überzeugung Verantwortung übernehmen — und Chancen schenken, wo sie sonst nicht entstanden wären.

Teil A · Kapitel 6

6Unsere Arbeit lebt vom gemeinsamen Tragen und Halten

Hier öffnet sich eine Frage, die uns alle angeht: Wer trägt diese Arbeit eigentlich — Tag für Tag, Jahr für Jahr?

Die ehrliche Antwort: Wir alle. Nestwärme kann nur leben, wenn viele mittragen.

Vielen Menschen ist nicht bewusst, wie sich der laufende Betrieb der nestwärme Arbeit und unseres Kinderhospizes finanziert. Es gibt keinen einzelnen Geldgeber, der all das trägt. Vieles entsteht aus einem Zusammenspiel von Refinanzierung, Spenden, Förderungen, Partnerschaften und gesellschaftlichem Engagement.

Mit der Stiftung Rehkids und Nicole und Nick Reh haben wir starke Partner an unserer Seite, die uns dieses außergewöhnliche nestwärme Haus mit Kinder- und Jugendhospiz auf dem Petrisberg gebaut haben und unsere Arbeit weiter mittragen. Ein Haus zu bauen und es dauerhaft mit Leben zu füllen, sind zwei verschiedene Aufgaben. Für beides braucht es Menschen, die Verantwortung übernehmen.

Dabei geht es längst um mehr als dieses Gebäude.

Denn Das Nest entsteht nicht losgelöst von dem, was nestwärme seit vielen Jahren aufgebaut hat. Es wächst aus einer Arbeit heraus, die Familien schon heute zuhause begleitet, Begegnungsräume schafft, Geschwister stärkt, Ehrenamt ermöglicht, Bildung schafft und Familien in unterschiedlichsten Lebenssituationen trägt.

Das eine war ein herzensvolles, mutiges, großzügiges Geschenk. Das andere ist unsere gemeinsame Daueraufgabe — die Aufgabe dieser Stadt, dieser Gesellschaft, von uns allen.

Viele Menschen denken unbewusst: Wenn gebaut ist, ist es geschafft.

Bei unserem Haus ist es ähnlich.

Mit der Fertigstellung des Hauses beginnt unsere langfristige Verantwortung erst wirklich. Sie umfasst all das, was ein Haus erst zu einem Zuhause macht:

  • Personal
  • Begleitung
  • Familienangebote
  • Geschwisterarbeit
  • nicht refinanzierte Leistungen
  • ambulante Begleitung zuhause
  • Begegnungsangebote
  • Ehrenamt
  • Bildung und Vernetzung
  • Instandhaltung
  • Modernisierung
  • Weiterentwicklung
  • Kostenmanagement
  • dauerhafte Stabilität

Was hier auf dem Petrisberg entsteht, ist mehr als ein wunderschönes Haus. Es ist ein Ort, an dem Familien getragen werden — zuhause, mitten in der Stadt Trier und stationär auf dem Petrisberg. Ein Ort, der bleibt. Ein Ort, der mitwächst. Ein Ort, auf den Familien sich verlassen können.

Und ein Ort, der nur lebt, weil viele ihn tragen und halten. Nestwärme ist eine gemeinsame Aufgabe — von uns allen.

Teil A · Kapitel 7

7Was die Krankenkasse im Kinder- und Jugendhospiz übernimmt

Wenn ein Kind oder junger Mensch in unserem Kinder- und Jugendhospiz Das Nest begleitet wird, beteiligt sich die Krankenkasse an den Kosten für die Versorgung des erkrankten Kindes. Dafür gibt es klare gesetzliche Regelungen und Voraussetzungen.

Für uns ist wichtig, diese zu kennen. Denn ein Kinder- und Jugendhospiz begleitet immer mehr als die Erkrankung eines Kindes. Es begleitet eine ganze Familie.

Die Krankenkasse übernimmt Leistungen für das erkrankte Kind, wenn eine anerkannte lebensverkürzende Erkrankung im Sinne der geltenden Regelungen vorliegt. Auch der zeitliche Umfang der finanzierten Hospizaufenthalte ist geregelt.

Und hier beginnt ein wichtiger Teil unserer nestwärme Arbeit: Während die Finanzierung an bestimmte Voraussetzungen und Leistungen gebunden ist, schauen wir auf die Lebensrealität der ganzen Familie.

Da ist die Mutter, die seit Monaten kaum schläft. Der Vater, der versucht, Beruf, Sorge und Alltag zusammenzuhalten. Da sind Geschwister, die ihre eigenen Fragen, Ängste und Bedürfnisse haben. Und da ist eine Familie, die vielleicht schon seit Jahren unglaublich viel trägt.

Genau hier wird sichtbar, warum es neben der Finanzierung durch die Krankenkassen weitere Unterstützung braucht. Eltern- und Geschwisterbegleitung, zusätzliche Entlastungsangebote und vieles von dem, was aus Versorgung ein wirkliches Getragensein als Familie macht, müssen wir auf anderen Wegen ermöglichen.

Unser Anspruch ist, das Kind gut zu versorgen und gleichzeitig die Familie als Ganzes im Blick zu behalten.

Was die Finanzierung konkret bedeutet:

  • Die Krankenkasse übernimmt Leistungen für das erkrankte Kind – die Begleitung von Eltern und Geschwistern ist darüber nicht in gleicher Weise abgedeckt.
  • Voraussetzung ist eine anerkannte lebensverkürzende Erkrankung entsprechend der geltenden Regelungen.
  • Die Finanzierung der Aufenthalte ist zeitlich begrenzt; in der Regel sind bis zu 28 Tage im Jahr vorgesehen, in begründeten Ausnahmefällen auch darüber hinaus.
  • Die Leistungen der Kostenträger decken nicht alle Aufwendungen ab, die entstehen, wenn wir Kinder und ihre Familien umfassend begleiten.

So entsteht eine Lücke zwischen dem, was über das bestehende System finanziert wird, und dem, was Familien tatsächlich brauchen. Diese Lücke schließen wir gemeinsam mit Menschen, Unternehmen, Stiftungen und vielen anderen, die unsere Arbeit mittragen.

Denn Familien brauchen gute Versorgung. Und sie brauchen Menschen, die sie auf ihrem Weg begleiten.

Teil A · Kapitel 8

8Was wir als Träger selbst aufbringen

Was viele Menschen nicht wissen: Wer in Deutschland ein stationäres Kinder- und Jugendhospiz betreibt, übernimmt als Träger auch selbst einen erheblichen Teil der finanziellen Verantwortung. Bestimmte Kosten und Eigenanteile müssen aus eigenen Mitteln aufgebracht werden.

Das Gebäude auf dem Petrisberg ist durch die außergewöhnliche Investition der Stiftung Rehkids entstanden. Damit aus diesem wunderschönen Haus ein Ort werden kann, an dem Familien wirklich ankommen und begleitet werden können, braucht es jedoch weit mehr als das Gebäude selbst: die gesamte Einrichtung und Ausstattung, pflegerische und therapeutische Infrastruktur, passendes Mobiliar und die notwendige Technik für den täglichen Betrieb.

Vieles davon bringen wir als Träger selbst auf. Möglich wurde und wird das durch Menschen, die gemeinsam mit uns Verantwortung übernehmen: durch die große Spendenaktion mit dem Trierischen Volksfreund, durch Stiftungen, Unternehmen und viele einzelne Menschen, die dazu beigetragen haben, dieses Haus mit Leben zu füllen.

Und diese gemeinsame Aufgabe endet nicht mit der Eröffnung. Auch der dauerhafte Betrieb des Kinder- und Jugendhospizes und viele Bereiche unserer nestwärme Arbeit brauchen weiterhin Unterstützung.

Jeder Euro, der hier zusammenkommt, kommt von Menschen, die unsere Arbeit für die Familien mittragen – durch Spenden, Engagement und Vertrauen. Diese Mittel sind uns anvertraut, und entsprechend verantwortungsvoll gehen wir mit ihnen um.

Genau diese Verantwortung übernehmen wir als Träger.

Ein Kinder- und Jugendhospiz unterliegt dabei zu Recht hohen Anforderungen. Der Staat, die Kostenträger und die zuständigen Verbände geben einen verbindlichen Rahmen vor. Dazu gehören unter anderem:

  • wie viele Plätze angeboten werden können
  • welche Räume vorhanden sein müssen
  • welche Funktionen diese Räume erfüllen
  • welche Qualitätsstandards gelten
  • welche Personalschlüssel eingehalten werden müssen
  • welche Leistungen und Strukturen refinanziert werden können

Diese Vorgaben geben Sicherheit und Qualität. Gleichzeitig erleben wir, dass unser Versorgungssystem in unterschiedlichen Zuständigkeiten und gesetzlichen Regelungen organisiert ist. Das Leben einer Familie hält sich jedoch nicht an solche Grenzen. Pflege, Entlastung, Geschwisterbegleitung, psychosoziale Unterstützung, Begegnung und Abschied gehören für Familien zusammen.

Genau diese Lebensrealität war für uns beim Aufbau des Nestes entscheidend.

Der Weg dorthin war ein jahrelanger Prozess mit vielen Gesprächen, Verhandlungen und immer wieder der Frage: Was brauchen Kinder und ihre Familien wirklich?

Gemeinsam mit der Stiftung Rehkids und vielen weiteren Wegbegleiter:innen ist so ein Ort entstanden, der vieles miteinander verbindet:

  • eine Versorgung, die sich an den Bedürfnissen der Kinder orientiert
  • Raum für Eltern und Geschwister
  • Begegnung und Rückzug
  • Entlastung und Begleitung
  • flexible Möglichkeiten für unterschiedliche Familiensituationen
  • und neue Formen einer Versorgung, die die Familie als Ganzes in den Blick nimmt

Vieles davon war nur möglich, weil Menschen bereit waren, gemeinsam mit uns neue Wege zu gehen. Das macht Das Nest in vieler Hinsicht modellhaft.

Neue Versorgungsansätze lassen sich jedoch nicht immer vollständig über bestehende Refinanzierungssysteme abbilden. Sie müssen entwickelt, erklärt, verhandelt und zum Teil auch aus eigenen Mitteln ermöglicht werden.

Dafür braucht es Zeit, Energie, Beharrlichkeit – und finanzielle Mittel.

Wir übernehmen diese Verantwortung, weil Familien heute Unterstützung brauchen. Dieser Gedanke begleitet nestwärme seit der Gründung und ist bis heute ein wesentlicher Teil unseres Handelns.

Teil A · Kapitel 9

9nestwärme ist ein gemeinwohlorientiertes Sozialunternehmen — die Gesellschaft profitiert

Vielleicht hast du den Begriff Sozialunternehmen schon einmal gehört. Vielleicht ist er dir auch fremd. Lass uns kurz erklären, was wir damit meinen — und was er für nestwärme bedeutet.

nestwärme ist ein gemeinnütziger Verein mit einer gGmbH und bald einer Stiftung — ein gemeinwohlorientiertes Sozialunternehmen.

Was bedeutet das eigentlich — ein Sozialunternehmen?

Ein Sozialunternehmen, manchmal auch Social Enterprise genannt, verbindet unternehmerisches Denken mit einer sozialen Mission. Es braucht klare Strukturen, Verantwortung, Qualität und wirtschaftliche Verlässlichkeit. Der Erfolg zeigt sich dabei vor allem in der gesellschaftlichen Wirkung, die entsteht.

Auch ein Sozialunternehmen braucht Erträge und finanzielle Stabilität, um dauerhaft wirken zu können. Bei nestwärme fließen die Mittel zurück in unsere soziale Mission und damit in die Arbeit für Kinder und Familien.

Social Entrepreneurship verbindet die Klarheit und Verlässlichkeit unternehmerischen Denkens mit dem Herzen einer sozialen Mission. So kann gesellschaftliche Verantwortung zu einer gestaltenden Kraft werden.

Für nestwärme heißt das ganz konkret: Wir setzen unsere Mittel dafür ein, Familien zu begleiten, zu entlasten und ihnen verlässliche Unterstützung zu ermöglichen.

Unser Gewinn ist die Wirkung, die daraus für Familien und für die Gesellschaft entsteht.

Trier gewinnt. Familien in der Region gewinnen. Jede Stadt, die ein Kinder- und Jugendhospiz hat, ist eine menschlichere Stadt.

Ein Unternehmen schafft wirtschaftlichen Wert. nestwärme schafft menschlichen und gesellschaftlichen Wert:

  • Entlastung
  • Würde
  • Zeit
  • Begleitung
  • Sicherheit
  • Menschlichkeit

Wie jedes Unternehmen brauchen auch wir dafür:

  • Struktur
  • Menschen
  • Planung
  • Verlässlichkeit
  • Qualität
  • langfristiges Denken
  • Marketing

nestwärme ist 1999 entstanden, weil Menschen die Not gesehen haben und handeln wollten. Kinder und ihre Familien brauchten jemanden, der für sie einsteht. Diese Haltung trägt nestwärme bis heute – und sie bestimmt, wofür wir unsere Mittel einsetzen: für die Familien.

Dafür braucht nestwärme die Gesellschaft. Was hier entsteht, lebt von Menschen, die mittragen – Tag für Tag, Jahr für Jahr. Genau das macht unsere Arbeit so besonders: Viele übernehmen gemeinsam Verantwortung.

Teil A · Kapitel 10

10nestwärme ist eine Caring Community — Zivilgesellschaft, die Verantwortung übernimmt

Wer nestwärme verstehen möchte, sollte wissen, woher wir kommen: aus einer Initiative von Menschen, die selbst begonnen haben zu handeln. nestwärme ist kein klassischer Wohlfahrtsverband, keine Klinik, kein Konzern, keine Kirche und kein staatlicher Träger.

nestwärme ist aus der Zivilgesellschaft heraus entstanden. Menschen übernehmen Verantwortung, weil sie Familien mit lebensverkürzt erkrankten Kindern nicht allein lassen wollen. Uns trägt die Überzeugung, dass eine Gesellschaft menschlicher wird, wenn Menschen füreinander einstehen.

So verstehen wir nestwärme.

Im Englischen gibt es ein schönes Wort dafür: Caring Community – eine Gemeinschaft, die füreinander da ist und Verantwortung übernimmt. Aus Überzeugung und aus dem Gefühl heraus: Wir gehören zusammen. Das ist die nestwärme Familie. Das ist Das Nest. Und diese Gemeinschaft wächst mit jedem Menschen, der seinen Teil dazu beiträgt.

nestwärme lebt von Gemeinschaft – und auch von finanzieller Unterstützung. Beides gehört zusammen und beides brauchen wir.

Menschen, Unternehmen und Organisationen tragen dazu bei, dass Das Nest zu einem Haus unserer Stadt und unserer Gesellschaft wird. Als Caring Community, als Zivilgesellschaft, die füreinander einsteht, geben wir diesem Ort gemeinsam das, was Familien brauchen.

Das Nest ist nicht einfach ein Haus. Es ist ein Zeichen dafür, wie Gesellschaft sein kann.

Eine Gruppe unterschiedlicher Menschen um einen gemeinsamen orangen Kreis, jeder trägt auf seine Weise bei

Teil A · Kapitel 11

11Warum Sichtbarkeit zu unserer Arbeit gehört

Sichtbarkeit gehört für uns zur Arbeit für die Familien. Genauso wie Pflege, Begleitung und Pädagogik. Nur an anderer Stelle wirksam.

Sichtbarkeit ermutigt Familien

Wir erleben es immer wieder: Eine Familie ruft an und sagt — „Ich habe von euch gehört. Ich habe einen Beitrag gesehen. Eine Freundin hat mir erzählt, dass es euch gibt. Ich wollte mich lange nicht melden, aber jetzt traue ich mich.“

Darin liegt die Wirkung von Sichtbarkeit. Sie hilft Familien, sich überhaupt Hilfe zu holen, macht Mut und zeigt: Du bist nicht allein. Andere gehen diesen Weg auch und nehmen Unterstützung an.

Solche Anrufe erleben wir immer wieder. Und sie zeigen sehr unmittelbar, warum Sichtbarkeit für Familien wichtig sein kann.

Sichtbarkeit lädt Menschen ein, mitzugehen

Sichtbarkeit verbindet uns auch mit Menschen, die unsere Arbeit mittragen wollen – mit Förderer:innen, Unternehmer:innen und Wegbegleiter:innen. Jede Verbindung beginnt damit, dass jemand von uns erfährt, versteht, was hier entsteht, und vielleicht spürt: Da möchte ich dabei sein.

Was uns dabei wichtig ist

Wir glauben, dass warme, menschennahe Arbeit und gute, sichtbare Strukturen zusammengehören. Beides braucht es, damit eine Initiative wie nestwärme dauerhaft tragen kann.

Öffentlichkeitsarbeit gehört für uns deshalb selbstverständlich dazu. Sie macht Familien auf Unterstützung aufmerksam und lädt Menschen ein, Teil dieser Gemeinschaft zu werden.

Sichtbarkeit ist Teil unserer Mission. Sie öffnet Türen — für Familien, die uns brauchen, und für Menschen, die mit uns gehen wollen.

Eine Person öffnet eine gelbe Tür, eine zweite kommt darauf zu

Teil A · Kapitel 12

12Beziehung statt Einzelspende

Der Gedanke „Beziehung statt Einzelspende“ ist für uns zentral. nestwärme lebt von Menschen, Unternehmen, Netzwerken und Partnern, die Verantwortung mittragen und über längere Zeit an unserer Seite bleiben.

Jede Spende ist kostbar. Eine langfristige Beziehung ist es ganz besonders, denn sie schenkt uns Verlässlichkeit für die Familien.

Genauso ist es bei uns. Familien brauchen Verlässlichkeit. Beziehungen. Menschen und Unternehmen, die bleiben.

Wir freuen uns über jede Spende. Und wir hoffen auf das, was darüber hinaus entstehen kann: eine dauerhafte Partnerschaft, geteilte Mitverantwortung, eine echte Verbindung.

Teil A · Kapitel 13

13Warum Unternehmen für uns wichtig sind

Viele Unternehmen begegnen sozialen Projekten zunächst als klassische Spendenempfänger. Bei nestwärme entsteht oft schnell ein anderes Bild: Es geht um gesellschaftliche Verantwortung, langfristige Beziehungen, regionale Verbundenheit und die gemeinsame Frage, wie wir Familien in schweren Lebenssituationen tragen wollen.

Eine langfristige Verbindung mit nestwärme ist auch für Unternehmen und ihre Unternehmenskultur wertvoll:

  • weil Mitarbeitende erleben, dass ihr Unternehmen Verantwortung übernimmt
  • weil gesellschaftliches Engagement Stolz und Identifikation schafft
  • weil regionale Verbundenheit nicht behauptet, sondern gelebt wird
  • weil Haltung sichtbar wird — nach innen und nach außen
  • weil aus einer Verbindung mit nestwärme echte Mitverantwortung wachsen kann

Wirtschaftlich erfolgreich sein und gesellschaftlich gestalten – das gehört für viele Unternehmen heute zusammen und entsteht aus eigener Überzeugung.

Ein Unternehmen schafft wirtschaftlichen Wert. nestwärme schafft menschlichen Wert: Entlastung, Würde, Zeit, Begleitung, Gemeinschaft, Sicherheit.

Und beides braucht dieselben Zutaten: Verlässlichkeit, Menschen, Qualität, langfristiges Denken, Verantwortung.

Das Nest ist deshalb mehr als ein soziales Projekt. Es ist auch ein gesellschaftliches Zeichen: So gehen wir in dieser Region mit Familien um, die so viel tragen.

Teil A · Kapitel 14

14Was hier für die Region entsteht

Allein dieses Wissen verändert etwas – weit über den Moment eines Aufenthaltes hinaus. Es gibt Familien Sicherheit: Da ist jemand. Da ist ein Ort. Wir müssen diesen Weg nicht alleine gehen.

Wenn Trier und die Großregion das Kinder- und Jugendhospiz und die Arbeit im nestwärme Haus dauerhaft mittragen, entsteht hier weit mehr als ein Gebäude. Es entsteht:

  • ein Ort der Entlastung
  • ein Ort der Würde
  • ein Ort für Familien
  • ein Ort, an dem auch Geschwister gesehen werden
  • ein Ort für Leben und Abschied
  • ein Ort, der zeigt, was Gemeinschaft möglich machen kann

Und genau darin liegt auch seine Bedeutung für unsere Region. Das nestwärme Haus mit dem Kinder- und Jugendhospiz ist ein Ort für die Familien, die ihn brauchen. Gleichzeitig steht es für eine Haltung, die uns alle angeht: Wir schauen hin. Wir übernehmen Verantwortung. Und wir lassen Familien in schweren Zeiten nicht allein.

Teil A · Kapitel 15

15Unser Buch „nestwärme schafft Perspektiven“ – Geschichten, die verstehen lassen

Du kennst das vielleicht: Jemand fragt dich, wo du arbeitest oder was du bei nestwärme machst. Du beginnst zu erzählen – von den Familien, von unserer Arbeit, vielleicht vom Kinder- und Jugendhospiz oder von einer Begegnung. Und manchmal merkst du: Diese Lebenswelt ist gar nicht so leicht in ein paar Sätzen zu erklären.

Die meisten Menschen begegnen im Alltag nur selten Familien mit einem schwerstkranken Kind. Vieles von dem, was diese Familien jeden Tag erleben und leisten, bleibt für andere unsichtbar.

Auch deshalb gibt es unser Buch „nestwärme schafft Perspektiven“.

Geschrieben von Elisabeth Schuh und Petra Moske, den Gründerinnen von nestwärme.

Das Buch nimmt mit in die nestwärme Welt. Es erzählt von Müttern, Vätern und Geschwisterkindern, von ihrem Alltag, ihren Sorgen, ihrer Kraft und von den Menschen, die sie begleiten. Und es erzählt davon, wie nestwärme entstanden ist, was uns geprägt hat und warum wir bis heute tun, was wir tun.

Die Geschichten lassen erahnen, was es bedeuten kann, ein schwerstkrankes Kind zu lieben und gleichzeitig den Alltag einer ganzen Familie zusammenzuhalten. Sie erzählen von Erschöpfung und Sorge, aber auch von Nähe, Lebensfreude, Mut und den Momenten, in denen es einen großen Unterschied macht, wenn jemand da ist.

Ein Buch kann eine Tür zu dieser Lebenswelt öffnen. Es kann etwas fühlbar machen, das sich mit Zahlen, Fakten und Erklärungen allein nur schwer vermitteln lässt.

Deshalb gehört „nestwärme schafft Perspektiven“ für uns auch zu diesem Arbeitsbuch. Wer tiefer verstehen möchte, woher nestwärme kommt und was unsere Haltung ausmacht, findet dort die Geschichten dahinter.

Nimm das Buch mit in deine eigene Welt

Vielleicht ist das Buch auch für dich eine schöne Möglichkeit, anderen von deiner Arbeit zu erzählen.

Du kannst es mitnehmen in deine Familie, deinen Freundeskreis, deinen Verein, zu Menschen aus deinem beruflichen Netzwerk oder einfach dorthin, wo du mit anderen ins Gespräch kommst.

Und vielleicht kannst du mit ein bisschen Stolz sagen:

„Schau mal, hier arbeite ich. Das ist die Idee, zu der ich gehöre. Und das ist es, was wir gemeinsam für Familien möglich machen.“

Du kannst das Buch verschenken, zu einer Einladung mitbringen, nach einem guten Gespräch weitergeben oder einem Menschen ans Herz legen, von dem du denkst: Das könnte ihn interessieren oder berühren.

Denn es ist auch ein schönes und sinnvolles Geschenk. Eines, das Geschichten weiterträgt, Einblicke ermöglicht und manchmal Gespräche entstehen lässt, die es sonst vielleicht nie gegeben hätte.

Was daraus entsteht, müssen wir gar nicht vorher wissen. Vielleicht bleibt eine Geschichte hängen. Vielleicht wird das Buch weitergegeben. Vielleicht erzählt jemand anderen davon. Vielleicht möchte jemand mehr über nestwärme erfahren oder irgendwann selbst etwas beitragen.

So wächst unsere Gemeinschaft auch: Menschen erzählen anderen Menschen von etwas, das ihnen selbst wichtig ist.

Und vielleicht ist genau das eine der schönsten Arten, nestwärme weiterzutragen.

Teil B

Souverän in herausfordernden Gesprächen

Trainings- und Vertiefungsteil für Führungen, Fördergespräche und kritische Nachfragen

Teil B ist unser interner Trainings- und Vertiefungsteil. Hier sammeln wir, was uns Sicherheit gibt, wenn Gespräche herausfordernder werden — typische Einwände, Bilder aus der Welt unseres Gegenübers, Vertiefungsbausteine und Gedanken zur Haltung.

Diese Inhalte überfrachten den Hauptteil nicht. Wir nutzen sie, wenn Menschen tiefer einsteigen möchten oder konkrete Fragen stellen — bei Unternehmer:innen, Stiftungen, Förderpartnern, Politik.

Teil B · Kapitel 16

16Wenn Gespräche herausfordernder werden

Zahlen sind wichtig. Oft entsteht echtes Verstehen aber erst dann, wenn ein Bild dazukommt und jemand plötzlich spürt: Ah. So fühlt sich das an.

Deshalb arbeiten wir bewusst mit Vergleichen aus dem echten Leben. Sie helfen uns, komplizierte Zusammenhänge verständlich und nahbar zu machen.

Die folgenden Reaktionen begegnen uns immer wieder – bei Unternehmer:innen, Serviceclubs oder in politischen Gesprächen. Manchmal hilft eine einladende Erklärung, manchmal braucht es eine klare Antwort. Beides hat seinen Platz.

Jeder Eintrag hat zwei Teile: eine einladende Antwort, die erklärt und mitnimmt, und eine klare, direkte Variante, wenn das Gegenüber hartnäckig bleibt oder provokativ wird. Du entscheidest, welche du brauchst.

„Ihr habt doch schon so viel Geld gesammelt. Warum braucht ihr noch mehr?“

Einladend

Das Geld für den Bau und das Geld für den Betrieb sind zwei völlig verschiedene Töpfe. Was wir für das Haus gesammelt haben, fließt in Zement, Fenster, Barrierefreiheit. Es kann nicht für Pflegepersonal am Wochenende oder die Trauerbegleitung einer Mutter verwendet werden. Außerdem: Wir haben das Geld gesammelt, weil wir es gesetzlich mussten. Wer in Deutschland ein Kinderhospiz bauen will, muss Eigenanteile nachweisen. Das ist Pflicht, kein Luxus.

Klar

Wenn Sie ein Haus bauen und jemand sagt, Sie haben doch schon Steine, warum brauchen Sie noch Heizung, Handwerker und Strom — dann wissen Sie, worauf es hinausläuft. Bau und Betrieb sind zwei verschiedene Geschichten. Wir freuen uns, dass das Haus steht. Jetzt muss es leben.

„Ihr seid doch überall sichtbar — dann braucht ihr ja kein Geld mehr.“

Einladend

Sichtbarkeit wird manchmal mit finanzieller Sicherheit verwechselt. Dabei ist sie eine Voraussetzung dafür, dass wir überhaupt getragen werden können. Stell dir vor, ein Bundesligaverein wäre auf einmal nicht mehr auf den Trikots, nicht mehr in den Nachrichten, nicht mehr im Stadion sichtbar. Jeder würde verstehen, dass Sponsoren, Publikum und öffentliche Wahrnehmung zusammengehören. Bei sozialen Initiativen ist es ähnlich: Menschen können nur mittragen, wenn sie wissen, dass es uns gibt, was wir tun und warum es uns dauerhaft braucht. Öffentlichkeitsarbeit schafft diese Verbindung – zu Familien, die Hilfe suchen, und zu Menschen, die Verantwortung übernehmen möchten.

Klar

Sichtbarkeit bedeutet nicht, dass unsere Aufgabe erledigt ist. Sie hilft uns, auch morgen für Familien da zu sein – für diejenigen, die anrufen, weil sie von uns gehört haben, und für Menschen, die unsere Arbeit mittragen wollen.

„Wie viel geht in die Verwaltung?“

Einladend

Eine wichtige und berechtigte Frage. Wir gehen transparent mit den uns anvertrauten Mitteln um und veröffentlichen unsere Zahlen jedes Jahr. Wie jede professionell arbeitende Organisation braucht auch nestwärme verlässliche Strukturen im Hintergrund – zum Beispiel Buchhaltung, IT, Personalverwaltung, Versicherungen, Koordination und Organisation.

Diese Arbeit sorgt dafür, dass unsere Angebote für Familien verlässlich funktionieren können. Sie schafft die notwendigen Rahmenbedingungen für die tägliche Arbeit, sichert Qualität und hilft uns, verantwortungsvoll mit den Mitteln umzugehen, die uns anvertraut werden.

Klar

Auch soziale Arbeit braucht eine professionelle Organisation. Buchhaltung, Personalverwaltung, IT, Versicherungen oder Koordination gehören dazu – genauso wie in jedem anderen Unternehmen auch. Bei nestwärme dienen diese Strukturen unserem sozialen Auftrag: Familien verlässlich und dauerhaft begleiten zu können.

Deshalb achten wir sehr darauf, verantwortungsvoll mit jedem Euro umzugehen, der uns anvertraut wird.

„Warum brauchen Sie so viele Mitarbeitende?“

Einladend

Unsere Arbeit für Kinder und Familien ist professionelle soziale und pflegerische Arbeit. Dafür gelten hohe fachliche Anforderungen – und das ist auch richtig so.

Gerade im Kinder- und Jugendhospiz müssen wir eine festgelegte Zahl qualifizierter Mitarbeitender vorhalten, damit die Versorgung der Kinder rund um die Uhr verlässlich gewährleistet ist. Das gilt unabhängig davon, ob an einem bestimmten Tag alle Plätze belegt sind. Auch in unseren ambulanten pflegerischen und pädagogischen Angeboten gibt es klare Anforderungen an Qualifikation, Fachlichkeit und personelle Ausstattung.

Stell dir vor, in der Nacht verändert sich plötzlich der Zustand eines Kindes. Gleichzeitig braucht ein anderes Kind pflegerische Unterstützung, Eltern suchen Begleitung und am nächsten Morgen muss all das genauso professionell weitergehen. Dafür braucht es ausreichend qualifizierte Menschen, die verlässlich da sind.

Zu unserem Auftrag gehört aber noch mehr. In unserer Satzung haben wir auch verankert, die Lebenssituation von Familien mit schwerstkranken Kindern öffentlich sichtbar zu machen und ihnen eine Stimme zu geben. Deshalb gehören Öffentlichkeitsarbeit, Information, Vernetzung und gesellschaftliche Sensibilisierung ebenfalls zu unserer Arbeit.

Denn viele dieser Familien und ihre Lebensrealität werden im Alltag kaum gesehen. Wenn wir über ihre Situation sprechen, Öffentlichkeit schaffen und ihre Anliegen in Gesellschaft und Politik tragen, tun wir das für die Familien und für bessere Rahmenbedingungen.

Hinzu kommen all die Aufgaben, die eine professionelle Organisation überhaupt erst arbeitsfähig machen: Koordination, Verwaltung, Personal, IT, Finanzierung und viele weitere Bereiche.

Die Zahl unserer Mitarbeitenden ergibt sich also aus den unterschiedlichen Aufgaben, die wir übernommen haben, und aus den fachlichen und gesetzlichen Anforderungen, die damit verbunden sind.

Klar

Wir werden an der Qualität und Fachlichkeit unserer Arbeit gemessen. Dafür müssen wir ausreichend qualifizierte Mitarbeitende vorhalten – in der Pflege und Begleitung genauso wie in den Strukturen, die diese Arbeit ermöglichen. Und zu unserem Auftrag gehört auch, Familien gesellschaftlich sichtbar zu machen und ihnen eine Stimme zu geben.

Gute Versorgung braucht Fachlichkeit. Und eine starke Stimme für Familien braucht Menschen, die sie hörbar machen.

„Als Spender möchte ich mitentscheiden, wofür mein Geld eingesetzt wird.“

Einladend

Das können wir gut verstehen. Wer uns Geld anvertraut, möchte wissen, was damit geschieht und was dadurch möglich wird. Deshalb ist uns Transparenz wichtig, und wir geben gerne Einblick in unsere Arbeit und die Verwendung der Mittel.

Es gibt auch die Möglichkeit, eine Spende gezielt für einen bestimmten Zweck oder einen konkreten Bereich einzusetzen. Wenn eine Spende zweckgebunden ist, halten wir uns selbstverständlich an diese Vereinbarung.

Gleichzeitig tragen wir als Organisation die Verantwortung dafür, dass die fachlichen und operativen Entscheidungen dort getroffen werden, wo das Wissen und die Verantwortung dafür liegen. Denn am Ende müssen wir immer im Blick behalten, was die Kinder und Familien brauchen und wie wir die uns anvertrauten Mittel verantwortungsvoll einsetzen.

Stell dir vor, du unterstützt etwas, das dir wirklich am Herzen liegt. Natürlich möchtest du wissen, was dein Beitrag bewirkt. Und gleichzeitig möchtest du darauf vertrauen können, dass die Menschen vor Ort ihre Erfahrung und Fachlichkeit einsetzen, um daraus das Bestmögliche zu machen.

Klar

Wer uns unterstützt, darf Transparenz und einen verantwortungsvollen Umgang mit seiner Spende erwarten. Zweckbindungen sind möglich und werden von uns verlässlich eingehalten. Die fachlichen und operativen Entscheidungen liegen bei nestwärme – denn dafür tragen wir auch die Verantwortung.

Für uns gehören Transparenz, Vertrauen und Verantwortung zusammen.

„Das ist doch eigentlich eine Staatsaufgabe.“

Einladend

Der Gedanke ist absolut nachvollziehbar. Unser Sozial- und Gesundheitssystem übernimmt einen wichtigen Teil der Versorgung – und darüber sind wir froh. Gleichzeitig erleben wir jeden Tag, dass das, was eine Familie mit einem schwerstkranken Kind braucht, weit über einzelne finanzierte Leistungen hinausgeht.

Stell dir vor, die Feuerwehr würde sagen: Eigentlich müsste jemand anderes löschen. Deshalb kommen wir heute nicht. So funktioniert Gemeinschaft nicht. Wenn Menschen Hilfe brauchen, braucht es jemanden, der Verantwortung übernimmt.

Bei Familien mit einem schwerstkranken Kind ist es ähnlich. Die Kranken- und Pflegekassen finanzieren wichtige Teile der Versorgung. Doch eine Familie besteht nicht nur aus dem erkrankten Kind. Da sind Eltern, die Entlastung brauchen, Geschwister, die gesehen werden möchten, Sorgen und Ängste, manchmal Trauer – und ein Alltag, der trotzdem weitergeht.

Für vieles davon braucht es zusätzliche Unterstützung. Und hier zeigt sich, wie wichtig das Zusammenspiel ist: zwischen staatlichen Strukturen, Kostenträgern, professionellen Angeboten und einer Gesellschaft, in der Menschen bereit sind, füreinander Verantwortung zu übernehmen.

Genau aus diesem Gedanken heraus ist nestwärme 1999 entstanden. Wir haben erlebt, was Familien brauchen, und begonnen, gemeinsam mit vielen anderen Lösungen zu schaffen.

Klar

Ja, der Staat und die Sozialversicherung tragen Verantwortung für die Versorgung dieser Familien. Gleichzeitig kann ein Versorgungssystem nicht alles abbilden, was Familien in einer solchen Lebenssituation brauchen. Deshalb braucht es auch gesellschaftliches Engagement.

Für uns gehört beides zusammen: ein verlässliches soziales Sicherungssystem und eine Gesellschaft, in der Menschen füreinander da sind.

„Ihr seid doch gut aufgestellt. Das läuft auch ohne mich.“

Einladend

Es stimmt: nestwärme ist heute gut aufgestellt. Und darüber sind wir sehr dankbar. Möglich ist diese Stabilität, weil uns viele Menschen über Jahre begleiten und verlässlich an unserer Seite bleiben.

Stell dir deine Lieblingsbäckerei vor. Du gehst dort gerne hin, kaufst dein Brot und freust dich, dass es diesen Ort gibt. Dein einzelner Einkauf scheint vielleicht nicht entscheidend zu sein. Aber aus vielen Menschen, die immer wiederkommen, entsteht die Sicherheit, mit der eine Bäckerei planen und auch morgen noch ihre Türen öffnen kann.

Bei uns ist es ähnlich. Gerade die Menschen, die uns dauerhaft begleiten, geben uns Planungssicherheit. Sie ermöglichen uns, Angebote weiterzuführen, Mitarbeitende verlässlich zu beschäftigen und auch langfristig für Familien da zu sein.

Jeder einzelne Beitrag wird gemeinsam mit vielen anderen zu etwas Größerem – und genau daraus entsteht Verlässlichkeit.

Klar

Wir sind heute gut aufgestellt, weil viele Menschen über Jahre an unserer Seite geblieben sind. Diese Verlässlichkeit hat nestwärme stark gemacht – und wir brauchen sie auch für die Zukunft.

„Wir haben selbst so viele Projekte. Da bleibt nicht viel für euch.“

Einladend

Das können wir gut verstehen. Viele Menschen und Unternehmen engagieren sich an mehreren Stellen und müssen entscheiden, was zu ihnen passt und was sie leisten können.

Uns ist wichtig, dass Unterstützung aus Überzeugung entsteht. Vielleicht passt nestwärme gerade gut zu Ihnen, vielleicht zu einem späteren Zeitpunkt – und vielleicht engagieren Sie sich an einer ganz anderen Stelle. Auch das gehört zu einer lebendigen Zivilgesellschaft.

Und wenn Sie mit uns verbunden bleiben möchten, muss das nicht immer finanziell sein. Vielleicht erzählen Sie von unserer Arbeit, öffnen einmal eine Tür, stellen einen Kontakt her oder tragen eine unserer Ideen in Ihr Netzwerk. Auch daraus kann viel entstehen.

Klar

Das verstehen wir gut. Sie kennen Ihre Möglichkeiten und Schwerpunkte am besten. Wenn nestwärme zu Ihnen passt, freuen wir uns über jede Form der Verbindung und Unterstützung.

Teil B · Kapitel 17

17Bilder aus der Lebenswelt deines Gegenübers

Manchmal hilft ein Beispiel aus dem Alltag mehr als eine lange Erklärung. Die folgenden Bilder greifen Erfahrungen auf, die viele Menschen aus ihrem eigenen Leben kennen. Nutze sie als Anregung und finde deine eigenen Worte dafür.

Stammkunde und Einmalkauf

Ein Unternehmen weiß, wie wertvoll Menschen sind, die immer wiederkommen. Sie schaffen Verlässlichkeit und machen Planung möglich.

Bei nestwärme ist es ähnlich. Menschen, Unternehmen und Partner, die uns über längere Zeit begleiten, geben uns Sicherheit für unsere Arbeit. Wir können Angebote weiterentwickeln, Mitarbeitende verlässlich beschäftigen und langfristig für Familien da sein.

Aus einer ersten Begegnung kann so über die Jahre eine Verbindung wachsen.

Verlässlichkeit im Sport

Unsere Aufgabe ist natürlich eine ganz andere. Der Gedanke der Verlässlichkeit ist aber ähnlich. Auch wir müssen heute Entscheidungen treffen, deren finanzielle Auswirkungen weit in die Zukunft reichen.

Denn Familien sollen sich darauf verlassen können, dass wir da sind – heute, morgen und auch dann, wenn sie uns vielleicht erst in einigen Jahren brauchen.

Soziale Infrastruktur einer Region

Wir alle tragen über Steuern und Beiträge Strukturen mit, die wir hoffentlich selbst nur selten oder vielleicht nie brauchen: Feuerwehr, Rettungsdienst, Schulen und vieles mehr. Trotzdem ist es für uns selbstverständlich, dass es sie gibt.

Auch ein Kinder- und Jugendhospiz gehört für uns zu einer guten sozialen Infrastruktur einer Region. Familien wissen: Wenn unser Leben sich von einem Tag auf den anderen verändert, gibt es einen Ort und Menschen, die für uns da sind.

Das Kinder- und Jugendhospiz Das Nest wird über das bestehende Sozial- und Gesundheitssystem mitfinanziert. Gleichzeitig braucht es für viele Angebote und Möglichkeiten darüber hinaus Menschen, Unternehmen, Stiftungen und eine starke Gemeinschaft, die diese Arbeit mittragen.

So entsteht in Trier und der Großregion etwas, das Familien Sicherheit gibt – auch denjenigen, die heute noch gar nicht wissen, dass sie diese Unterstützung vielleicht einmal brauchen werden.

Unternehmerisch handeln für eine soziale Mission

Das ist die Welt, in der wir bei nestwärme Wirkung verstehen.

Wir arbeiten professionell und wirtschaftlich verantwortlich und verbinden das mit unserem sozialen Auftrag: Familien mit schwerstkranken und lebensverkürzt erkrankten Kindern zu begleiten.

Die Mittel, die uns anvertraut werden, ermöglichen Pflege, Begleitung, Entlastung, Begegnung und vieles von dem, was Familien in dieser Lebenssituation brauchen.

Teil B · Kapitel 18

18Was wir uns wünschen

Wir wünschen uns Menschen, Unternehmen und Organisationen, die unsere Arbeit verstehen, sich mit ihr verbunden fühlen und sie auf ihre ganz eigene Weise mittragen möchten.

Das kann sehr unterschiedlich aussehen:

  • Regelmäßige Unterstützung: Monatliche oder jährliche Beiträge geben uns Verlässlichkeit und helfen, langfristig zu planen.
  • Gezielte Förderung: Manche Menschen oder Unternehmen möchten einen bestimmten Bereich unserer Arbeit unterstützen. Gemeinsam schauen wir, was sinnvoll und möglich ist.
  • Netzwerk: Eine Empfehlung, ein Kontakt oder eine Einladung kann Türen öffnen, zu denen wir selbst keinen Zugang hätten.
  • Zeit und Kompetenz: Menschen unterstützen uns auch mit ihrem Wissen, ihrer Erfahrung und ihren Fähigkeiten.
  • Öffentlichkeit: Wer von unserer Arbeit erzählt und die Lebensrealität der Familien sichtbar macht, hilft dabei, Verständnis und Aufmerksamkeit zu schaffen.

Keine dieser Formen steht für sich allein. Manchmal beginnt eine Verbindung mit einem Gespräch, manchmal mit einer Spende, einer Idee, einem Kontakt oder einer Begegnung.

So ist nestwärme über viele Jahre gewachsen: durch Menschen, die etwas von sich eingebracht haben und Teil unserer Gemeinschaft geworden sind.

Teil B · Kapitel 19

19Klar sein und gleichzeitig nah bleiben

Menschen begegnen unserer Arbeit mit ganz unterschiedlichen Gedanken, Fragen und Vorstellungen. Manche möchten genauer wissen, was ihre Unterstützung bewirkt. Andere überlegen, wie lange oder in welcher Form sie sich engagieren möchten.

Wir wollen diese Fragen offen beantworten, ohne jemanden überzeugen zu müssen. Zuhören, erklären und die eigene Haltung kennen – darum geht es.

Wenn jemand sagt: „Ihr habt gut gewirtschaftet, da kann ich ja getrost woanders hinspenden.“

Dann dürfen wir uns zunächst darüber freuen. Dass nestwärme heute solide aufgestellt ist, ist das Ergebnis vieler Jahre verantwortungsvoller Arbeit und einer großen Gemeinschaft, die uns begleitet.

Diese Verlässlichkeit brauchen wir auch für die Zukunft. Denn viele unserer Angebote sind langfristig angelegt und Familien müssen darauf vertrauen können, dass wir auch morgen für sie da sind.

Wenn jemand sagt: „Ich möchte einmal spenden.“

Dann sagen wir zuerst einmal: Danke.

Jede Spende hilft uns und ist ein Zeichen von Vertrauen in unsere Arbeit. Manche Menschen begleiten uns einmal, andere über viele Jahre. Beides gehört zu nestwärme.

Wenn aus einer ersten Begegnung irgendwann eine längere Verbindung entsteht, ist das etwas sehr Wertvolles. Denn regelmäßige Unterstützung gibt uns Planungssicherheit und hilft uns, Angebote langfristig für Familien vorzuhalten.

Wenn jemand sagt: „Das ist doch eigentlich Aufgabe des Staates.“

Der Gedanke ist nachvollziehbar. Unser Sozial- und Gesundheitssystem trägt einen wichtigen Teil der Versorgung und gibt dafür verbindliche Rahmenbedingungen vor.

Gleichzeitig erleben wir, dass Familien mit einem schwerstkranken Kind vieles brauchen, was sich innerhalb bestehender Systeme und Zuständigkeiten nicht vollständig abbilden lässt.

1999 haben wir diese Familien gesehen und begonnen, gemeinsam mit anderen nach Lösungen zu suchen. Diese Haltung begleitet uns bis heute.

Wir verstehen nestwärme deshalb als Teil eines Zusammenspiels: professionelle Versorgung, ein verlässliches soziales Sicherungssystem und Menschen, die bereit sind, füreinander Verantwortung zu übernehmen.

Teil B · Kapitel 20

20Deine Haltung – das Wichtigste zuletzt

Vielleicht beginnt genau hier unsere Haltung.

Bei nestwärme sprechen wir vom ICH, vom DU und vom WIR.

  1. ICH

    Das ICH steht für die eigene Haltung: Wofür stehe ich? Was ist mir wichtig? Was kann ich beitragen?

  2. DU

    Das DU erinnert uns daran, unser Gegenüber wirklich zu sehen: zuzuhören, Fragen ernst zu nehmen und verstehen zu wollen, was den anderen bewegt.

  3. WIR

    Und das WIR entsteht dort, wo Menschen sich begegnen, Verantwortung teilen und erleben: Wir brauchen einander, wenn wir etwas bewegen wollen.

Mehr braucht es an dieser Stelle gar nicht. Denn diese Haltung zeigt sich vor allem darin, wie wir miteinander und mit anderen Menschen umgehen.

Echte Überzeugung trägt weiter als eine perfekte Antwort. Menschen spüren, ob jemand weiß, wofür er einsteht.

Du musst nicht alles wissen. Wichtig ist, dass du weißt, warum du hier bist.

Wenn dich eine Frage berührt, darf man das merken. Und wenn du etwas nicht weißt, darfst du sagen: „Das weiß ich gerade nicht genau, aber ich kläre das gerne.“ Glaubwürdigkeit entsteht durch Ehrlichkeit und Verlässlichkeit.

Eine kritische Frage ist zunächst einmal eine Frage. Nimm sie ernst, hör zu und versuche zu verstehen, was dein Gegenüber wirklich wissen möchte.

Du sprichst über nestwärme als Organisation und über eine Arbeit, die Familien dient. Beides gehört zusammen.

Manche Menschen verstehen sofort, andere brauchen einen zweiten Moment oder mehrere Begegnungen. Gib ihnen diesen Raum. Ein gutes Gespräch kann etwas anstoßen, das vielleicht erst später weiterwirkt.

Zwei Menschen sitzen einander zugewandt im Gespräch

Und vielleicht ist genau das der Gedanke, der uns bei all diesen Gesprächen begleiten kann:

Wir alle tragen etwas bei. Wir alle brauchen einander. Und gemeinsam können wir dafür sorgen, dass Familien mit schwerstkranken Kindern nicht allein durch schwere Zeiten gehen müssen.

Übersetze das ruhig in deine eigenen Worte. Denn Haltung braucht keinen auswendig gelernten Satz. Sie muss spürbar sein.

Teil B · Kapitel 21

21Wenn ein Gespräch mehr Tiefe braucht

Manchmal möchten Menschen genauer verstehen, wie nestwärme arbeitet. Das kann im Gespräch mit Stiftungen, Unternehmen, Politik oder Förderpartnern der Fall sein – oder einfach dann, wenn jemand tiefer einsteigen möchte.

Die folgenden Themen helfen dir dabei, Zusammenhänge einzuordnen. Du musst nicht auf alles sofort eine Antwort haben. Sie sollen dir Orientierung geben und zeigen, wo du bei Bedarf weiterfragen kannst.

Finanzierung und Refinanzierung

Hier geht es darum zu verstehen, wie die Finanzierung unserer Arbeit grundsätzlich funktioniert:

  • Wie wird ein Kinder- und Jugendhospiz finanziert?
  • Welche Aufgaben übernehmen Kranken- und Pflegekassen und andere Kostenträger?
  • Was bedeutet der Eigenanteil für uns als Träger?
  • Welche Leistungen werden refinanziert?
  • Welche Kosten und Angebote müssen wir zusätzlich selbst finanzieren?
  • Warum endet die finanzielle Verantwortung nicht mit dem Bau des Hauses?
  • Warum brauchen wir Vorfinanzierung, Rücklagen und Liquidität?
  • Welche Kosten entstehen für Ausstattung, technische Infrastruktur und den laufenden Betrieb?

Wichtig zu wissenMit dem Bau des nestwärme Hauses wurde etwas Großartiges möglich. Unsere dauerhafte Aufgabe ist es, die Arbeit darin und unsere Angebote für Familien langfristig zu sichern.

Was Familien über die Versorgung hinaus brauchen

Die Finanzierungssysteme regeln viele wichtige Leistungen. Gleichzeitig erleben wir Familien immer als Ganzes.

Dazu gehören:

  • Entlastung
  • Sicherheit
  • Geschwisterbegleitung
  • psychosoziale Unterstützung
  • Begegnung
  • Trauerbegleitung
  • Zeit
  • Rückzug
  • Wärme und Geborgenheit

Wichtig zu wissenGute Versorgung ist die Grundlage. Unser Blick geht darüber hinaus auf die ganze Familie und auf das, was sie in ihrer jeweiligen Lebenssituation braucht.

Transparenz und gute Strukturen

Wer uns unterstützt, darf wissen wollen, wie nestwärme arbeitet und wie wir mit den uns anvertrauten Mitteln umgehen.

Dazu gehören Fragen wie:

  • Welche Zahlen veröffentlichen wir?
  • Wie erklären wir Verwaltungskosten?
  • Welche Aufgaben gehören bei nestwärme zur Verwaltung und Organisation?
  • Warum braucht professionelle soziale Arbeit gute Strukturen?
  • Wie sichern wir Qualität?
  • Welche Kennzahlen können wir verlässlich nennen?

Wichtig zu wissenGute Strukturen sorgen dafür, dass unsere Arbeit verlässlich, professionell und dauerhaft bei den Familien ankommt.

Unternehmen als Partner

Unternehmen engagieren sich aus ganz unterschiedlichen Gründen für gesellschaftliche Themen. Bei nestwärme erleben wir immer wieder, dass daraus Partnerschaften entstehen, die weit über eine einzelne Spende hinausgehen können.

Dabei spielen zum Beispiel eine Rolle:

  • gesellschaftliche Verantwortung
  • regionale Verbundenheit
  • Unternehmenskultur
  • Mitarbeitendenengagement
  • gemeinsame Werte
  • Netzwerke
  • gesellschaftliche Wirkung
  • langfristige Partnerschaften

Wichtig zu wissenEine Partnerschaft mit nestwärme kann für ein Unternehmen eine Möglichkeit sein, gesellschaftliche Verantwortung ganz konkret zu leben – gemeinsam mit den eigenen Mitarbeitenden und verbunden mit der Region.

Teil B · Kapitel 22

22Drei Blickwinkel auf unsere Arbeit

Menschen interessieren sich aus ganz unterschiedlichen Gründen für nestwärme. Die einen berührt zuerst die Situation der Familien. Andere interessieren sich für die gesellschaftliche Bedeutung unserer Arbeit oder möchten genau verstehen, wie Finanzierung und Organisation funktionieren.

Deshalb kann es helfen, drei Blickwinkel im Kopf zu haben:

  1. Die Familien

    Hier geht es um das, was Kinder, Eltern und Geschwister erleben und brauchen:

    • Entlastung
    • Begleitung
    • Sicherheit
    • Zeit
    • Würde
    • Geschwister
    • Eltern
    • Lebensqualität
  2. Die Gemeinschaft

    Hier geht es um die Frage, was wir als Gesellschaft miteinander möglich machen können:

    • Caring Community
    • Mittragen
    • Haltung
    • Beziehung
    • Zivilgesellschaft
    • regionale Verbundenheit
    • gemeinsame Verantwortung
  3. Die Strukturen

    Hier geht es um das, was professionelle und dauerhafte Arbeit möglich macht:

    • Refinanzierung
    • Eigenanteile
    • Rahmenbedingungen
    • Fachlichkeit
    • Personalausstattung
    • Liquidität
    • Transparenz
    • langfristige Stabilität

Keiner dieser Blickwinkel steht für sich allein. Sie gehören zusammen.

Hör deinem Gegenüber zu und finde heraus, was ihn oder sie besonders interessiert. So kann ein Gespräch dort beginnen, wo bereits eine Verbindung da ist.

Teil C

Fragen, die uns immer wieder begegnen

Diese Sammlung wächst mit uns. Manche Fragen hören wir häufig bei Führungen, Veranstaltungen oder Gesprächen mit Fördernden. Andere werden vielleicht erst mit der Zeit hinzukommen.

Nicht jede Antwort muss auswendig gewusst werden. Wichtig ist, dass wir die Zusammenhänge verstehen, Fragen ernst nehmen und wissen, wo wir eine verlässliche Antwort bekommen.

Teil C · Fragen, die uns immer wieder begegnen

Finanzierung und Systemverständnis

Wie wird ein Kinder- und Jugendhospiz finanziert?

Antwort wird im Team erarbeitet.

Was übernimmt die Krankenkasse für das erkrankte Kind?

Antwort wird im Team erarbeitet.

Was bedeutet der Eigenanteil für uns als Träger?

Antwort wird im Team erarbeitet.

Welche Leistungen werden refinanziert?

Antwort wird im Team erarbeitet.

Welche Angebote müssen zusätzlich finanziert werden?

Antwort wird im Team erarbeitet.

Warum braucht nestwärme weiterhin Spenden, obwohl das Haus gebaut ist?

Antwort wird im Team erarbeitet.

Was muss dauerhaft finanziert werden?

Antwort wird im Team erarbeitet.

Warum muss nestwärme teilweise in Vorleistung gehen?

Antwort wird im Team erarbeitet.

Warum sind Rücklagen und Planungssicherheit wichtig?

Antwort wird im Team erarbeitet.

Warum begleiten wir immer die ganze Familie?

Antwort wird im Team erarbeitet.

Was unterscheidet Das Nest von anderen Kinder- und Jugendhospizen?

Antwort wird im Team erarbeitet.

Teil C · Fragen, die uns immer wieder begegnen

Organisation, Transparenz und Qualität

Wie viel Geld geht in die Verwaltung?

Antwort wird im Team erarbeitet.

Was gehört bei nestwärme eigentlich zur Verwaltung?

Antwort wird im Team erarbeitet.

Warum braucht nestwärme so viele Mitarbeitende?

Antwort wird im Team erarbeitet.

Welche fachlichen und personellen Vorgaben müssen wir erfüllen?

Antwort wird im Team erarbeitet.

Wie sichern wir Qualität?

Antwort wird im Team erarbeitet.

Wie transparent arbeitet nestwärme?

Antwort wird im Team erarbeitet.

Warum braucht professionelle soziale Arbeit gute Strukturen?

Antwort wird im Team erarbeitet.

Warum entstehen auch in einer Organisation mit viel Ehrenamt Kosten?

Antwort wird im Team erarbeitet.

Wie gehen wir mit den uns anvertrauten Mitteln um?

Antwort wird im Team erarbeitet.

Teil C · Fragen, die uns immer wieder begegnen

Familien, Haltung und Versorgung

Warum begleitet nestwärme die ganze Familie?

Antwort wird im Team erarbeitet.

Warum sind Geschwisterangebote so wichtig?

Antwort wird im Team erarbeitet.

Was brauchen Eltern in dieser Lebenssituation?

Antwort wird im Team erarbeitet.

Welche Rolle spielt Entlastung?

Antwort wird im Team erarbeitet.

Warum ist psychosoziale Begleitung wichtig?

Antwort wird im Team erarbeitet.

Welche Bedeutung haben Begegnung und Gemeinschaft?

Antwort wird im Team erarbeitet.

Was ist Das Nest – und was macht diesen Ort besonders?

Antwort wird im Team erarbeitet.

Warum gehören Atmosphäre, Wärme und Gestaltung zu einem guten Ort für Familien?

Antwort wird im Team erarbeitet.

Was bedeutet unsere Haltung vom ICH zum DU zum WIR?

Antwort wird im Team erarbeitet.

Teil C · Fragen, die uns immer wieder begegnen

Gesellschaft und gemeinsames Engagement

Welche Bedeutung hat das nestwärme Haus für Trier und die Großregion?

Antwort wird im Team erarbeitet.

Welche Verantwortung tragen Staat und Sozialversicherung – und wo braucht es zusätzlich gesellschaftliches Engagement?

Antwort wird im Team erarbeitet.

Warum engagieren sich Unternehmen bei nestwärme?

Antwort wird im Team erarbeitet.

Was kann eine langfristige Partnerschaft für beide Seiten bedeuten?

Antwort wird im Team erarbeitet.

Was verstehen wir unter einer Caring Community?

Antwort wird im Team erarbeitet.

Wie kann man nestwärme unterstützen – auch ohne Geld?

Antwort wird im Team erarbeitet.

Welche Rolle spielen Netzwerke und Kontakte?

Antwort wird im Team erarbeitet.

Warum ist Öffentlichkeit für die Familien wichtig?

Antwort wird im Team erarbeitet.

Was bedeutet es, Familien eine Stimme zu geben?

Antwort wird im Team erarbeitet.

Wie kann aus einer ersten Begegnung eine langfristige Verbindung entstehen?

Antwort wird im Team erarbeitet.

Teil C · Fragen, die uns immer wieder begegnen

Kritische Fragen, die uns begegnen können

„Ihr habt doch schon so viel Geld gesammelt. Warum braucht ihr noch mehr?“

Antwort wird im Team erarbeitet.

„Ist das nicht eigentlich Aufgabe des Staates?“

Antwort wird im Team erarbeitet.

„Warum finanziert die Krankenkasse das nicht vollständig?“

Antwort wird im Team erarbeitet.

„Wie viel von meiner Spende kommt wirklich bei den Familien an?“

Antwort wird im Team erarbeitet.

„Warum braucht ihr so viele Mitarbeitende?“

Antwort wird im Team erarbeitet.

„Warum kostet ein Kinder- und Jugendhospiz so viel Geld?“

Antwort wird im Team erarbeitet.

„Warum braucht es so viel Organisation und Verwaltung?“

Antwort wird im Team erarbeitet.

„Ihr seid doch gut aufgestellt. Braucht ihr meine Unterstützung überhaupt noch?“

Antwort wird im Team erarbeitet.

„Was passiert, wenn irgendwann weniger Spenden kommen?“

Antwort wird im Team erarbeitet.

„Warum sollte sich mein Unternehmen gerade bei nestwärme engagieren?“

Antwort wird im Team erarbeitet.

„Kann ich mitbestimmen, wofür meine Spende eingesetzt wird?“

Antwort wird im Team erarbeitet.

„Was unterscheidet nestwärme von anderen Organisationen?“

Antwort wird im Team erarbeitet.

Ausklang

Platz für deine Gedanken

Dieses Büchlein soll auch deins werden. Hier ist Platz für das, was dir in deiner Arbeit und in Gesprächen begegnet:

Eine Person sitzt und schreibt in ein Notizbuch

Gedanken aus Gesprächen

Fragen, die dich beschäftigt haben

Worte, die für dich gut funktionieren

Begegnungen, die dich berührt haben

Dinge, die du dir merken möchtest

Ausklang

Schlussgedanke

Dieses Büchlein soll uns helfen, unsere Arbeit als Ganzes besser zu verstehen und Worte für das zu finden, was uns verbindet: die Familien, unsere Haltung, unsere gesellschaftliche Verantwortung und die große Gemeinschaft von Menschen, die nestwärme möglich macht.

Es lebt davon, dass wir es benutzen. Schreib hinein, was dich berührt. Ergänze, was dir fehlt. Bring deine Erfahrungen und deine eigenen Worte mit ein.

So darf dieses Büchlein mit uns weiterwachsen – durch Gespräche, Begegnungen, Fragen und all das, was wir miteinander lernen.

Vier Menschen gehen gemeinsam einen Hügel hinauf, die vorderste trägt eine kleine Fahne

Was wir uns wünschen

Dass Familien mit schwerstkranken Kindern Menschen an ihrer Seite wissen.

Dass ihre Lebensrealität gesehen und ihre Stimme gehört wird.

Dass Menschen verstehen, warum diese Arbeit wichtig ist.

Dass aus Begegnungen Verbindung und Verantwortung entstehen.

Dass wir uns immer wieder daran erinnern, wie sehr wir einander brauchen.

Und dass wir gemeinsam Orte und Strukturen schaffen, in denen Kinder und ihre Familien gut versorgt, begleitet und getragen werden.

Vom ICH zum DU zum WIR.

Denn nestwärme entsteht dort, wo Menschen füreinander da sind.